August 5, 2016

Leitbild

Durch Beobachten der tagtäglichen Hektik und durch intensives Nachdenken komme ich zu der Feststellung, daß sich die Wertvorstellungen und Verhaltensweisen in Deutschland in unangenehmer Weise entwickelt haben. Viele meiner Gesprächspartner prangern eine mangelnde Moral und fehlende Ehrenhaftigkeit der Politker an. Jedoch haben sich nach meiner Einschätzung die negativen Trends unserer „Vorbilder“ inzwischen im täglichen Leben derart eingebürgert, daß die Jagd nach Schnäppchen und das Übervorteilen Anderer zum normalen Verhalten gehören. Geringe Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft haben einen Zustand herbeigeführt, in dem von vielen Mitmenschen nicht mehr der gemeinsame Vorteil betrachtet wird, sondern lediglich jeder nur nach seinem persönlichen Nutzen fragt. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit stellen demnach keine dauerhaften Eigenschaften mehr dar, sondern scheinen situativ von der persönlichen Vorteilsnahme abhängig zu sein. „Käufmännisches Wort“ und „Handschlag“ haben nur noch Museumscharakter. Ich empfinde das heutige Wirtschaftsleben als überwiegend von Mißtrauen und Unsicherheit geprägt, so daß eine konstruktive und wirklich erfolgreiche Zusammenarbeit ausgesprochen selten sind. Bedauerlich finde ich, daß sich solche Mißstände als akzeptierte Tatsachen etabliert haben und Kritik daran als persönliche Charakterschwäche oder mangelndes Durchsetzungsvermögen bewertet wird. Merkwürdigerweise scheinen sich aber eine Vielzahl von Personen insgeheim durch Wünsche und Verhalten dagegen zu wehren und sehnen sich nach Ruhe und Muße. Viele würden gerne aus der Hau-Ruck-Gesellschaft flüchten und wieder Spaß an Arbeit und Aufgabe finden, ohne ständig auf der Hut vor Fallen zu sein. Dies führt zur Furcht vor allem Neuem und Unbekanntem, was sich in unserer Gesellschaft vielfach auch im Verhalten gegenüber fremden Nationalitäten zeigt. Gerne hätten wir Deutschen ein vereintes Europa, aber nur als Absatzmarkt nicht als multikulturelle Gesellschaft.

Aus meinen formulierten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Thesen und den persönlichen Vorstellungen leitet sich für mich folgende Aufgabendefinition ab:

Finden von Ideen und Weiterentwicklung zu Konzepten, die unter Randbedingungen eine ganzheitliche Verbesserung der Lebensqualität anstreben und erreichen können. 
Unter Lebensqualität soll ausdrücklich nicht nur die Optimierung der eigenen Ertragskurve verstanden werden, sondern beinhaltet auch solche ideellen Werte wie Fairness, Ehrlichkeit, Vertrauen etc. (hier allgemein als Moral bezeichnet), die offenbar in unserer Gesellschaft leider keinen sehr hohen Stellenwert mehr besitzen. Allerdings soll und darf das Wirken nicht ausschließlich sozial und ehrenamtlich sein, da Motivation und Ansporn nur aus einer wirtschaftlichen Sicherheit heraus entspringen können. Ich will versuchen, durch kreative und innovative Vorschläge heutige und zukünftige Technologien so einzusetzen, daß eine zunehmende, möglichst weitgehende Zielintegration von sozial-gesellschaftlichen Aufgaben und Wirtschaftlichkeit erreicht wird.

Ausgangspunkt für die Umsetzung der Strategieänderung ist eine Neudefintion meiner Wertmaßstäbe und der Beurteilungsgrundsätze:

Ein Vorgang wird von mir zukünftig nur dann als erfolgreich bezeichnet, wenn neben dem wirtschaftlichen Gewinn auch eine positive Bilanz für die beteiligten Systeme hinsichtlich der oben genannten Moral gezogen werden kann.

Zukünftiges Zusammenarbeiten soll sich in einem kooperativen, offenen und gemeinsamen Wirken in Richtung einer Problemlösung niederschlagen, denn gerade technische Aufgaben bedürfen einer exakten, für alle Seiten verständliche Problemdefinition, die leider meistens zu Beginn nicht existiert und deshalb bisher oft während des Prozesses aufgrund unterschiedlicher Betrachtungsweisen oder konkurrierender Gewinnkurven zu Konflikten und folglich zu nichtbefriedigenden Ergebnissen führte. Ich bin gerne bereit, mein gesamtes Engagement für eine Aufgabe aufzubringen, um den Auftraggeber ein bestmögliches Ergebnis zu ermöglichen, jedoch nur, wenn mein Geschäftspartner die Leitsätze dieses Papiers zur Kenntnis nimmt und sie als Grundlage der Zusammenarbeit akzeptiert.

Thomas Fehling

(im April 1994 erstellt und immer noch aktuell)